Veröffentlicht am: 17. März 2026

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Perspektiven aus der Zivilgesellschaft

Wie Schulen bildungsgerecht und zukunftsfähig werden

Foto Unterrichtssituation © Florian Freundt

Zwei Geschäftsführerinnen von Bildungsorganisationen erklären, wie wir Kinder am besten auf eine Welt im Wandel vorbereiten können – und was sich in Bildungsverwaltung und -politik ändern muss.


Claudine Urban-Schneider

Claudine Urban-Schneider © privat

„Neben digitalen und Medienkompetenzen brauchen Jugendliche und junge Erwachsene in Zukunft vor allem Selbstwirksamkeit, Kreativität, kritisches Denken – und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen“, sagt Claudine Urban-Schneider. Die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Innovative Bildungsprogramme e. V. (BIB) vertritt ein Netzwerk außerschulischer Bildungsakteure, die zu zukunftsfähigen Schulen und mehr Chancengerechtigkeit beitragen möchten. Aktuell sei das Schulsystem zu wenig darauf ausgerichtet, Kinder auf eine Welt ständiger Veränderung vorzubereiten, meint Urban-Schneider. Viele der Lücken im staatlichen System füllten derzeit zivilgesellschaftliche Organisationen, viele davon Mitglieder des BIB.

Der Vorteil der Organisationen: Mit ihren Programmen eröffnen sie an Schulen Experimentier- und Entwicklungsräume. Viele ihrer Ideen könnte man später auch in die Breite bringen, sagt Urban-Schneider. „Ein gutes Beispiel dafür ist das Lernformat Frei Day der Organisation Schule im Aufbruch. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler an einem Tag in der Woche Freiraum für eigene Projekte und Lernformen. Das lässt sich leicht umsetzen, ohne dass Schulen für immer an einem Programm teilnehmen müssen“, erklärt Urban-Schneider.

Von der Bildungsverwaltung und -politik wünscht sie sich mehr Vertrauen in die Schulleitungen: „Die Schulen brauchen mehr Freiheit, um neue Ideen auszuprobieren.“ Auch eine Öffnung in den Sozialraum würde dann leichter fallen. „Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass Schulen alles allein schaffen“, sagt Urban-Schneider.

Mehr Unterstützung für Lehrkräfte nötig

Liz Heid

Liz Heid © privat

Auch Liz Heid, Geschäftsführung von Teach First Deutschland, hält Selbstwirksamkeit und kritisches Denken für zentrale Zukunftskompetenzen – und zwei weitere: „Lernkompetenz brauchen junge Menschen, um sich Wissen in einer Welt im Wandel anzueignen. Empathiefähigkeit ist nötig, um die Perspektiven von anderen besser zu verstehen“, sagt Heid. „Deshalb finde ich es auch wichtig, dass an Schulen eine große Diversität herrscht.“

Das Vorgehen von Teach First Deutschland, um zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem beizutragen: Jedes Jahr gewinnt und qualifiziert die Organisation rund 100 Nachwuchstalente – Menschen mit vielfältigen Hochschulabschlüssen und Hintergründen – für den zweijährigen Einsatz als „Fellows“ an Schulen in herausfordernder Lage. Als Lehr- und Ergänzungskräfte unterstützen sie Schülerinnen und Schüler, sammeln praktische Erfahrungen im Bildungssystem. „Nach den Erfahrungen vor Ort bleibt ein Teil über den Seitenanstieg unmittelbar an Schulen. Andere gehen in Politik, Bildungsverwaltung oder Zivilgesellschaft, um sich aus Schlüsselpositionen für Bildungsgerechtigkeit einzusetzen“, erklärt Heid.

Um dieses große Ziel zu erreichen, bräuchten Schulen in herausfordernder Lage noch viel mehr Unterstützung, findet Heid. Das Startchancen-Programm reiche dazu nicht aus. Generell wünsche sie sich mehr Karrierepfade für schulisches Personal, sagt Heid: „In anderen Ländern, Singapur zum Beispiel, gibt es eigene Ausbildungswege für Schulleitungen oder andere Positionen im Schulsystem. Ich fände es hilfreich, wenn wir das auch in Deutschland hätten.“

Die beiden Bildungsexpertinnen sind überzeugt: Ein gerechtes und modernes Bildungssystem kann nur dort entstehen, wo Schulen Freiräume erhalten und neue Wege gehen können. Es ist der Beitrag zivilgesellschaftlicher Organisationen, dabei zu unterstützen.

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Zwei Geschäftsführerinnen von Bildungsorganisationen erklären, wie wir Kinder am besten auf eine Welt im Wandel vorbereiten können – und was sich in Bildungsverwaltung und -politik ändern muss.


Claudine Urban-Schneider

Claudine Urban-Schneider © privat

„Neben digitalen und Medienkompetenzen brauchen Jugendliche und junge Erwachsene in Zukunft vor allem Selbstwirksamkeit, Kreativität, kritisches Denken – und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen“, sagt Claudine Urban-Schneider. Die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Innovative Bildungsprogramme e. V. (BIB) vertritt ein Netzwerk außerschulischer Bildungsakteure, die zu zukunftsfähigen Schulen und mehr Chancengerechtigkeit beitragen möchten. Aktuell sei das Schulsystem zu wenig darauf ausgerichtet, Kinder auf eine Welt ständiger Veränderung vorzubereiten, meint Urban-Schneider. Viele der Lücken im staatlichen System füllten derzeit zivilgesellschaftliche Organisationen, viele davon Mitglieder des BIB.

Der Vorteil der Organisationen: Mit ihren Programmen eröffnen sie an Schulen Experimentier- und Entwicklungsräume. Viele ihrer Ideen könnte man später auch in die Breite bringen, sagt Urban-Schneider. „Ein gutes Beispiel dafür ist das Lernformat Frei Day der Organisation Schule im Aufbruch. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler an einem Tag in der Woche Freiraum für eigene Projekte und Lernformen. Das lässt sich leicht umsetzen, ohne dass Schulen für immer an einem Programm teilnehmen müssen“, erklärt Urban-Schneider.

Von der Bildungsverwaltung und -politik wünscht sie sich mehr Vertrauen in die Schulleitungen: „Die Schulen brauchen mehr Freiheit, um neue Ideen auszuprobieren.“ Auch eine Öffnung in den Sozialraum würde dann leichter fallen. „Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass Schulen alles allein schaffen“, sagt Urban-Schneider.

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Liz Heid

Liz Heid © privat

Auch Liz Heid, Geschäftsführung von Teach First Deutschland, hält Selbstwirksamkeit und kritisches Denken für zentrale Zukunftskompetenzen – und zwei weitere: „Lernkompetenz brauchen junge Menschen, um sich Wissen in einer Welt im Wandel anzueignen. Empathiefähigkeit ist nötig, um die Perspektiven von anderen besser zu verstehen“, sagt Heid. „Deshalb finde ich es auch wichtig, dass an Schulen eine große Diversität herrscht.“

Das Vorgehen von Teach First Deutschland, um zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem beizutragen: Jedes Jahr gewinnt und qualifiziert die Organisation rund 100 Nachwuchstalente – Menschen mit vielfältigen Hochschulabschlüssen und Hintergründen – für den zweijährigen Einsatz als „Fellows“ an Schulen in herausfordernder Lage. Als Lehr- und Ergänzungskräfte unterstützen sie Schülerinnen und Schüler, sammeln praktische Erfahrungen im Bildungssystem. „Nach den Erfahrungen vor Ort bleibt ein Teil über den Seitenanstieg unmittelbar an Schulen. Andere gehen in Politik, Bildungsverwaltung oder Zivilgesellschaft, um sich aus Schlüsselpositionen für Bildungsgerechtigkeit einzusetzen“, erklärt Heid.

Um dieses große Ziel zu erreichen, bräuchten Schulen in herausfordernder Lage noch viel mehr Unterstützung, findet Heid. Das Startchancen-Programm reiche dazu nicht aus. Generell wünsche sie sich mehr Karrierepfade für schulisches Personal, sagt Heid: „In anderen Ländern, Singapur zum Beispiel, gibt es eigene Ausbildungswege für Schulleitungen oder andere Positionen im Schulsystem. Ich fände es hilfreich, wenn wir das auch in Deutschland hätten.“

Die beiden Bildungsexpertinnen sind überzeugt: Ein gerechtes und modernes Bildungssystem kann nur dort entstehen, wo Schulen Freiräume erhalten und neue Wege gehen können. Es ist der Beitrag zivilgesellschaftlicher Organisationen, dabei zu unterstützen.

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